Chronik des Posaunenchores Dortmund-Aplerbeck



1899
Im Protokollbuch des Presbyteriums 1892-1903 wird die Gründung unseres Posaunenchores schriftlich erwogen.

1900
Im Protokoll über die Presbyteriumssitzung am 24. August in der Sakristei heißt es: "800 Mark für Anschaffung von Posaunen und Ausstattung eines Jünglingsvereinszimmers wurden geschenkt von verschiedenen Gemeindegliedern." Pfr. Petersmann wird zum ersten Dirigenten vom Vorsitzenden des Jünglings- und Männervereins ernannt.

1901
Am 1. Dezember steht im Protokollbuch des ev. Arbeitervereins: "Entrichtung der Beiträge, Aufnahme vier neuer Mitglieder, Beratung der Weihnachtsfeier. Dieselbe soll am 2. Feiertage im Vereinslokal gehalten und dazu der Jünglings- u. Blaukreuzverein eingeladen werden. Für die Musik sollen die Holzwickeder Waisenkinder gewonnen werden, im Verhinderungsfalle übernimmt der Posaunenchor des Jünglingsvereins die Musik. Der Vorsitzende des Vereins stellt das Programm auf. Eintrittsgeld zu der Feier soll nicht erhoben werden."

1918
Heinrich Könemann wird vom 1. Vorsitzenden des Jünglings- und Männervereins zum zweiten Dirigenten des Posaunenchores ernannt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden leitet er Aufbauarbeit in den schweren Nachkriegsjahren. In einer Einladung zur Adventsfeier heißt es damals: "Die Ausschmückung der Kirche liegt in den Händen der Frauen- und Jungfrauenvereine Aplerbecks. Es wird gebeten, die Feier, auch das Orgelvor- und -nachspiel nicht durch Ein- und Ausgehen stören zu wollen. Preis der Folgen: für Erwachsene 50 Pfg., für Kinder unter 14 Jahren 25 Pfg., Erwerbslose halbe Preise."

1928
Mitwirkung des Posaunenchores bei der Grundsteinlegung des ersten Gemeindehauses an der Georgskirche.

1932
Am 1. April wird Wilhelm Koch Diakon in unserer Gemeinde. Gleichzeitig übernimmt er den Jünglings- und Männerverein und wird im Laufe der Zeit Chorleiter unseres Posaunenchores. Das Gehalt war nur für drei Monate gesichert. Er blieb 40 Jahre.

1934
Westfalenhalle, erste Großkundgebung der Bekennenden Kirche. Musikalischer Dienst: unser Posaunenchor. Diakon Koch dirigiert den großen Bläserchor.

1934
Diakon Koch in Herbede auf einer der letzten genehmigten Freizeiten. Ab jetzt lautete der staatliche Grundsatz: "Alle Jugendarbeit geschieht durch die Hitlerjugend."

1935
Bläserseminar in der Notkirche in Sölde mit Pfarrer J. Kuhlo "Posaunengeneral", - allen Anfeindungen, Vorladungen und Vernehmungen durch die Staatspolizei in Hörde zum Trotz. 1936 Gestapo, 1939 Schutzhaft. Im August Ausschluß aus der Reichsmusikkammer, 1942 zweite Inhaftierung Steinwache. 1.000,00 RM Strafe für Benutzung der Bibel.
In der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache (Dortmund) ist im ehemaligen Polizei- und Gestapogefängnis Diakon Wilhelm Koch dokumentiert in der ständigen Ausstellung "Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945".

1945
Neubeginn 10. Januar 1. Probe. Wieder Aufbauarbeit. Die Pfr. Schütte und Kramm und alle Bläser waren inzwischen eingezogen, einige gefallen. Die HJ hauste noch im Gemeindehaus an der Georgskirche. Diakon Koch: "Zum Ausgang der Epiphaniasfeier 1945 blies ich auf meinem Flügelhorn, - allein. Da kamen plötzlich einige 9- und 10jährige Jungen, die kürzlich aus ihrem Evakuierungsaufenthalt zurückgekommen waren, und fragten, ob sie wohl auch das Blasen lernen könnten. Das war für mich eine Gebetserhörung, und mit bewegter Stimme habe ich 'ja' gesagt und die Jungens zu Mittwoch, 10. Januar '45 eingeladen. Kurze Zeit später waren aus diesen Meldungen 14 Anfänger geworden, darunter zwei Holländer, dienstverpflichtet in Aplerbeck, Leo Lagendyk und Theo van der Berg."

1946
war der Chor wieder voll einsatzfähig, das Durchschnittsalter ungefähr 16,5 Jahre, "alles Jungs". Erste Bläserfreizeit nach dem Krieg: Jugendherberge Hohenlimburg.

1956
Zweiter gesamtdeutscher ev. Posaunentag in Dortmund mit 6.000 Bläsern. Organisation: wie 1934 unser Posaunenchor, Leitung Diakon Koch.

1957
15./16. Juni als Delegation des Posaunenwerks der EKD - Evangelische Kirche in Deutschland - am Schweizer Landesposaunentag in Basel teilgenommen.

1963
Deutscher evangelischer Kirchentag in Dortmund. Bläserbetreuung und Organisation: wie 1934 und 1956 unser Posaunenchor, Leitung Diakon Koch.

1963
Gottes eigene Blasmusik. So heißt der Film, der damals über unseren Posaunenchor gedreht wurde.

1970
Erntedankfest 4. Oktober, Lob- und Dankstunde mit der Gemeinde zum 70jährigen Bestehen des Chores. Pfr. Hans Martin Schlemm, leitender Obmann des Posaunenwerks der EKD, hält die Predigt. Mit dem goldenen Bläserzeichen der EKD werden die Bläser von 1945 ausgezeichnet: Karl-Heinz Brink, Karl-Heinz Friedrich, Friedhelm Hendler, Joachim Rickert, Dieter Strohmann.

1973
Dieter Strohmann, Neffe von Wilhelm Koch, wird Chorleiter, bei übergemeindlichen Diensten zeitweilig noch vom oftmals kranken Onkel unterstützt. Karl-Heinz Friedrich wird Vorsitzender.

1974
Anne Germann wird Kantorin in unserer Gemeinde.

1976
Diakon Wilhelm Koch stirbt am 25. Oktober. Am 21. August 1976 leitete er zum letzten Mal "seine" Dortmunder "Kurrende" vor der Reinoldikirche, 1951 von ihm gegründet.

1976
Am 31. Oktober Einweihung des neuen Gemeindehauses an der Georgskirche. Der Posaunenchor wirkt wiederum - wie 1928 - tatkräftig mit.

1977
"Abend vor dem 1. Advent", eine musikalische Abendandacht. Jungbläser stellen sich vor, inzwischen Tradition.

1980
Erntedanktag 5. Oktober. Gemeindefest und 80-Jahr-Feier des Posaunenchores. Die "Stadt- und Landpfeifer" aus Essen mit historischen Blasinstrumenten wirken bei einer festlichen Bläsermusik mit.

1981
Luxemburg. Eine musikalische Herbstreise nach Echternach, dem Kloster, das den schwarzen und den weißen Ewald - der Sage nach - zur Bekehrung nach Aplerbeck entsandte. Empfang beim Großherzog, dank Paul Hotel.

1983
UdSSR - Auslandskulturtage. Ökumenisch-musikalische Betreuung des russischen Organisten und seines Dolmetschers im Garten bei Familie Bieling mit Dieter Strohmann, Karl-Heinz Friedrich, Karl-Heinz Bieling, Anne Germann, Johannes Nonhoff, Ernst Rottmann und Frau Nonhoff.

1986
Schweiz und Elsaß. Eine musikalische Herbstreise im Rahmen des internationalen Kulturaustauschs mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Dortmund. Begegnung mit dem Trompeter von Säckingen. Festlicher Bläsergottesdienst in Konstanz. Nach Fahrt über den Vierwaldstätter See zwei Wandertage in Kandersteg. Bern, Basel, Straßbourg. Empfang im Rathaus, im Europapalast, Hambacher Schloß. Zum Abschluß Besuch der "Meerspinne" in Gimmeldingen bei Bläserfamilie Rosga.

1986
Quempas-Singen. 27. Dezember Weihnachts- und Hirtenliedersingen mit dem Posaunenchor, inzwischen Tradition.

1989
16. April. Der Posaunenchor vor der Himmelspforte der Georgskirche. Vor 61 Jahren, 1928, stand der Posaunenchor nur wenige Schritte entfernt am Grundstein des damaligen Gemeindehaus-Neubaus.

1989
Frankenland. Eine musikalische Herbstreise an Main, Tauber und Rhein. Begegnung mit jüdischen Traditionen. Synagoge in Miltenberg.

1990
Am 26.Januar Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden. In der Mitgliederversammlung des Chores wird Renate Großmann zur neuen Vorsitzenden des Posaunenchores gewählt. Am 29. September musikalische Abendandacht zum 90-jährigen Bestehen des Chores. Am 30. September Erntedanktag, Festgottesdienst. Im Rahmen einer Feierstunde Ernennung Karl-Heinz Friedrich zum Ehrenvorsitzenden des Posaunenchores.

1989/1990
Wendejahre, geprägt von gegenseitigen Besuchen der Posaunenchöre Thale/Harz (ehem. DDR) und Aplerbeck und gemeinsamen Gottesdiensten und Bläserkonzerten.

1992
Chorleiter Dieter Strohmann stirbt am 12. Juli nach schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren. 16. Juli Abschiedsgottesdienst in der evangelischen Kirche an der Märtmannstraße. 1. November Gedächtnisgottesdienst in der katholischen Kirche St. Ewaldi, Egbertstraße. Christian Strohmann, Sohn von Dieter Strohmann, inzwischen seit 16. August Posaunenwart in Hannover, heute Landesposaunenwart in Oldenburg, und Rudolf Hesse, Posaunenchorleiter in Sölde und ehemaliger Aplerbecker Bläser, leiteten unseren Posaunenchor, hin und wieder auch unser LPW und Diakon Karl-Heinz Saretzki in dieser für die Chorvorsitzende Renate Großmann schwierigen Zeit, unterstützt von den Altbläsern, insbesondere Willi Gerhold, Gerd Stemmann und Hartmut Bollmann.

1993
In der Mitgliederversammlung am 15. Januar wird Andreas Wagener als neuer Chorleiter eingeführt und dirigiert seitdem mit großer Begeisterung, fundiertem Wissen und praktischem Können (Posaune) unseren Posaunenchor.

1993
Auf Martin Luthers (und Goethes) Spuren. Eine musikalische Herbstreise durch Mitteldeutschland.

1994
Neuauflage der Posaunenchor-Zeitung "Sentbrief", jetzt "PC-Nachrichten".

1994
Das Jahr der gespendeten Anschaffungen. Endlich neue Pauken: Ehrenvorsitzender Karl-Heinz Friedrich. Neue Baßposaune und Piccolotrompete: Sparkasse, Herr Bernhardt.

1996
Porta Westfalica. Fort- und Weiterbildungsfreizeit. Bläser gestalten eine Mitternachtsandacht unter Leitung von Andreas Wagener.

1997
Haus Rodenberg ist fertig. Erstes offenes Volksliedersingen mit dem Posaunenchor auf der Aplerbecker Insel.

1998
Südfrankreich. Eine musikalische Herbstreise zu den französischen Protestanten von Seté bis Montpellier.

1999
Verabschiedung Frau Knoke. Mit der langjährigen Kindergärtnerin im Dorf verband den Chor eine gute musikalische und organisatorische Zusammenarbeit.

1999
Bläsertag Dortmund/Lünen 15. August. Anlaß: Ortsjubiläum 1100 Jahre Aplerbeck, Leitung: Landesposaunenwart Karl-Heinz Saretzki. Der Chor ist vielfältig eingebunden, auch unser Kirchenchor Dorf, der in diesem Jahr 175 Jahre alt wird.

1999
Der Abend vor dem 1. Advent findet am 27. November (zum zweitenmal) in der Großen Kirche an der Märtmannstraße statt. Gemeinsam mit der Küsterin, Frau Berthelmann, und dem Elektromeister Gernot Erlbruch wurden die Außenleuchten gereinigt, mit neuen Leuchtmitteln ausgestattet und die Chorfenster von außen beleuchtet. Besser nur das linke, das Weihnachtsfenster allein! Das Quempas-Singen findet am 2. Weihnachtstag, 17 Uhr, in der Georgskirche statt.

2000
Jubiläum "100 Jahre Posaunenchor Aplerbeck"
Am Samstag, 16. September findet in der Großen Kirche an der Märtmannstraße ein festliches Konzert statt. Abends treffen sich Bläserinnen und Bläser mit ihren Familien und den Altbläserinnen und -bläsern im Gemeindehaus an der Georgskirche zum Erinnerungsabend und gemütlichen Beisammensein. Am Sonntag, 17. September feiern wir in der Großen Kirche einen Festgottesdienst. Die musikalische Lob- und Dankpredigt hält Landesposaunenwart Karl-Heinz Saretzki. Anschließend gibt es einen Empfang bei Sekt und Saft im Gemeindehaus an der Georgskirche.

2003
Andreas Wagener ist in diesem Jahr 10 Jahre Chorleiter im Posaunenchor Aplerbeck.
Im Oktober führt uns die musikalische Herbstreise nach Immenstaad am Bodensee.

2006
Musikalische Herbstreise nach Dresden mit Ausflügen z. B. ins Elbsandsteingebirge und nach Meißen.

2007
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Diakon Wilhelm Koch (1907 - 1976), der den Posaunenchor Aplerbeck nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gegründet hat und viele Jahre sein Chorleiter war, findet am 25. August in Dortmund-Aplerbeck ein Gedenktag statt.
Im November nimmt der Posaunenchor mit gutem Erfolg am Landes-Orchesterwettbewerb NRW teil.

2011
Jubiläum "111 Jahre Posaunenchor Aplerbeck"
Am Sonntag, 13. März fand anlässlich dieses Jubiläums ein Kreisbläsertag statt.

2014
In der Mitgliederversammlung des Chores am 24. Januar wird ein neuer Vorstand gewählt. Renate Großmann gibt nach 23 Jahren das Amt als Chorvorsitzende ab. Jens Titus Türk wird zum neuen Chorvorsitzenden gewählt.

2015
Am 3. Mai erhält der Posaunenchor Aplerbeck im 115. Jubiläumsjahr in Neuss im Rahmen eines Festaktes die Pro-Musica-Plakette. Diese Auszeichnung wird frühestens anlässlich des 100-jährigen Bestehens einer Musikvereinigung auf deren Antrag durch den Bundespräsidenten verliehen.

2016
Jens Titus Türk, der seit Januar 2014 Vorsitzender des Posaunenchores Aplerbeck war, tritt aus persönlichen Gründen vom Amt des Vorsitzenden zurück, wird jedoch weiter dem Vorstand angehören. Neuer Vorsitzender ist ab sofort Erhard Clemens. Dieser Wechsel im Chorvorsitz wurde am 22. Januar durch die Mitgliederversammlung des Chores beschlossen.